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Wie hört sich ein Bild an?

Eine ziemlich interessante Frage, finde ich. Die Antwort ist auch ziemlich spannend: Die meisten Bilder klingen nach Alarmanlage, Störgeräusch oder Sonar. Nicht unbedingt wohlklingend in meinen Ohren, aber darum geht es nicht.

Vor zwei Wochen hatte ich eine Vorlesung, in der unter anderem technische Lösungen behandelt wurden, mit denen blinde Menschen wieder sehen können. Besonders überraschend fand ich dabei, dass nicht etwa ein Retina-Implantat die beste Auflösung erzielte, sondern eine Art Sonnenbrille. Eine Sonnenbrille mit integrierter Kamera, deren Bilder mittels eines Laptops in Geräusche umgewandelt werden. Nach einem ausgiebigen Training ist das Gehirn in der Lage, aus den Geräuschen Bilder zu formen.

Faszinierend, oder? Ohne eine komplizierte OP ist es möglich, mit dieser Technologie wieder zu sehen. Nur mit einem Laptop, einer Kamera, Ohrstöpseln und der vOICe*-Software können Blinde sehen. Die Software wird umsonst zum Download angeboten, weitere Infos gibt es auf der Internetseite www.seeingwithsound.com. Neuerdings kann die Software auch auf Smartphones mit integrierter Kamera angewendet werden, dadurch müssen Blinde nicht mehr das Notebook auf dem Rücken herumschleppen.

Wer einfach nur mal hören will, wie sich vOICe anhört, kann sich diese Seite ansehen, mit dem Java-Applet ist es auch möglich, eigene Bilder zu malen und zu hören. Das ist nicht nur spannend, sondern macht auch richtig Spaß :)

So, damit wäre mein kleiner Ausflug in die Biomedizintechnik dann auch schon wieder beendet.

Kannst du dir vorstellen, mit den Ohren zu sehen? Glaubst du, dass vOICe auch alltagstauglich ist?

*vOICe steht für „Oh, I See“

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5 Comments

  • Antworten Chiyoko 25. Januar 2011 at 11:50

    Aaaaah, das klingt toll! Dann kann man auch fragen, ob man mit den Augen Töne sehen bzw. hören kann. Dann hätte ich weniger Probleme, was das Hören angeht…

    PS: Hast Du voriges Jahr mein Link zum Award für Dich bekommen? Habe nämlich nichts bemerkt, werde es jetzt nochmal posten, falls es Dich nicht stört. Einfach vorbeischauen ;)
    http://grinsewolke.blogspot.com/2010/10/49-ein-award-yay.html

  • Antworten Caromite 25. Januar 2011 at 12:01

    @Chiyoko: Doooch, das habe ich bemerkt. Nur wieder vergessen :-P Mit den Augen hören stelle ich mir deutlich schwieriger vor, mal abgesehen von Untertiteln im Fernsehen oder so. Aber die Hörgeräte heutzutage sollen sehr gut sein und sind fast nicht sichtbar – ich denke, da kann den meisten Hörgeschädigten gut geholfen werden :)

  • Antworten Chiyoko 27. Januar 2011 at 17:09

    Hörgeräte können gut sein, aber sie sind einfach künstlich. Man hört einfach nicht wirklich das, was man hören will. Und das man die Hörgeräte (fast) nicht sieht, ist mir neu (zumindest aus meinen Erfahrungen -.-) Ich werde ständig angemacht wegen dem T_T

  • Antworten Caromite 27. Januar 2011 at 21:31

    @Chiyoko: Ehrlich? Ich dachte, man könnte die Hörgeräte (die ja relativ klein sind) hinter den Ohren ganz gut mit nen paar Haaren überdecken. Aber ich hab da jetzt auch keine Erfahrung mit… Das du deswegen angemacht wirst, ist natürlich sehr blöd, wie gemein. Eigentlich komisch, dass Sehhilfen (Brillen) viel anerkannter sind als Hörhilfen…

  • Antworten Chiyoko 28. Januar 2011 at 14:06

    Bei mir ist es halt so, dass ich gerne einen Zopf trage, weil ich recht wellige Haare habe. Dann ist es praktischer. Als ich jünger war, war das ja kein Thema, aber jetzt in diesem Alter wird nur auf das geschaut. Ja, Brillen werden viel mehr anerkannt. Hörgeräte kämen ja anscheinend nur für alte Omas und Opas in Frage >.<

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