Nähen & Stricken

Fauxdori – selbstgenähte Notizhefthülle

Kennst du Midori Traveler´s Notebooks? Das sind hübsche Lederhüllen aus Japan, in denen mehrere Notizhefte mittels eines Gummibandes gehalten werden. Simpel und praktisch, denn die Hefte sind schön umhüllt und können jederzeit einfach ausgetauscht werden.

Eine interessante Idee hinter diesen Hüllen ist es, dass Kratzer und Flecken erwünscht sind. Diese sollen das Notizbuch mit der Zeit zum Unikat machen. Spannend! Aber mal ehrlich – so individuell sind Kratzer dann auch nicht, oder? Viel individueller ist es doch, die ganze Hülle selber zu gestalten. Anregungen gibt es im Netz genug – solche (DIY-)Kopien nennen sich dann passenderweise Fauxdori.

Mein Fauxdori

Vor dem Nähen habe ich mir überlegt, welche Punkte mir an meinem Fauxdori wichtig sind:

  • DIN A5 Format: Ich nutze mein Fauxdori überwiegend zuhause, da darf es etwas größer sein.
  • Stifteschlaufe: Da meine Schreibgeräte sich ansonsten gerne mal verstecken, habe ich den Füller am liebsten direkt am Notizbuch.
  • Spruch vorne drauf: Einfach, weil ich es mag.

Mein Fauxdori ist aus SnapPap und mit einem schwarz-weißen Uhrenstoff gefüttert. Da DIN A5-Hefte bequem hineinpassen sollen, habe ich das Heft etwas größer angelegt. Das SnapPap habe ich daher zu einem Rechteck mit den Maßen XX x XX cm zugeschnitten. Den Futterstoff habe ich einfach etwas größer als das SnapPap zugeschnitten, die Nahtzugabe nach hintern umgeklappt und dann knappkantig aufgenäht. Dabei habe ich gleich noch die Stiftehülle auf der Rückseite mit eingenäht.

Fauxdori aus SnapPap

Das kniffeligst waren die Ösen. Auch wenn ich das SnapPap vorgewaschen und ordentlich geknautscht hatte, war es beim Lochen nicht sehr kooperativ. Problematisch war es, die Hülle so weit einzurollen, dass ich das mittlere Loch gut einstanzen konnte. Zusätzlich ist mir dabei der Futterstoff innen auch noch verrutscht. So habe ich ein paar kleine Fehlstanzungen. Würden manche wohl als Fehler bezeichnen… Sind für mich Individualisierungen!

Den Spruch habe ich aus weißer Flockfolie geplottet und aufgebügelt. Tolkien Zitate gehen immer! Das Motiv kommt aus dem Silhouette Design Store.

Das Innenleben

Man sollte meinen, dass es DIN A5 Hefte, die auch vernünftig mit Füller zu beschreiben sind, wie Sand am Meer gibt. Gibt es aber nicht. Natürlich hätte ich auch die Hefte selber machen können. Aber auf die letzten Meter hat dann doch die Faulheit gesiegt. Da ich sowieso zum Stöbern zu Boesner gefahren bin, habe ich mir ein Doppelpack Hahnemühle Skizzenhefte mitgenommen. Von Leuchtturm 1917 gab es auch Hefte, aber nur noch in blöden Farben. Das Papier im Hahnemühle Heft ist schön dick – da drückt Füller nicht durch.

Links zu DIY-Fauxdoris

Bei der Suche nach Ideen und Tipps zu meinem Notizbuch bin ich auf einige hilfreiche Webseiten gestoßen. Falls du jetzt auch Lust hast, dir ein Fauxdori zu gestalten, teile ich diese gerne mit dir:

Tüddeldori – Anleitung für ein Basis-Fauxdori

Midori DIY – Anleitung für ein Midori mit schön verarbeitetem Futter

Reisetagebuch aus SnapPap – Schöne Anleitung von Snaply für ein Fauxdori im Materialmix

Notizhefte nähen – Selbstverständlich können auch die Hefte selbstgemacht werden – zum Beispiel aus deinem Lieblingspapier. Hier gibt es eine kurze Anleitung für Notizhefte mit der Nähmaschine.

Ich benutze mein Fauxdori um Ideen festzuhalten, zum Beispiel für Blogartikel oder für Bastel-Projekte. Mein Gedächtnis ist löcherig wie eine alte Socke – da hilft mir das echt weiter!

Hast du auch ein Fauxdori oder Midori? Wozu nutzt du es in erster Linie?

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3 Comments

  • Antworten Tabea 14. Januar 2017 at 19:29

    Schön, von dir mal wieder was zu lesen :)

    Von den Traveler’s Notebooks habe ich in der Tat schon mal gelesen (bei Anne von „Vom Landleben“), aber wirklich oft begegnet sind sie mir noch nicht und ich habe mich auch nie weiter damit auseinander gesetzt. Jetzt, wo ich deine Variante sehe, könnte ich mir aber vorstellen, so eins doch zu brauchen: Als Kalender, wo ich immer vergangene Monatsübersichten rausmachen und neue hineintun kann – damit ich nicht mehr soo viel unnütze Blätter mit mir herum trage ;)

    Die Anleitung klingt echt nicht gerade schwer – aber Danke, dass du auf die „Probleme“ oder vielmehr Individualisierungen durch die Ösen hinweist :) Ich würde da an deiner Stelle auch von Persönlichkeit statt Fehlern sprechen!

    Liebe Grüße

  • Antworten Sonnenuntergänge Januar - Habutschu! 31. Januar 2017 at 07:15

    […] Schritt des Nähprozesses, sondern eher ein Projekt, sucht, der wird bei Caro fündig, die eine Anleitung zu ihrem Fauxdori- Notizbuch geschrieben […]

  • Antworten Bine 1. Februar 2017 at 06:05

    Ich nehme mir immer vor, auf Reise zu schreiben und mir Notizen zu machen,
    tue dies jedoch kaum!
    Aber Dein Buch finde ich wundervoll… geniale Idee mit den Ösen an der
    Seite.
    Gleich gepinnt und auf die to-sew-Liste gepackt! :-)
    Liebe Grüße Bine

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